Wer eine Website ins Netz stellen will, braucht einen Rechner, der rund um die Uhr läuft, an einer schnellen Leitung hängt und Anfragen aus aller Welt beantwortet. Diesen Rechner betreibst du nicht selbst. Du mietest einen Teil davon bei einem Hoster, und dieser Teil heißt Webspace.
Die Begriffe Webspace und Webhosting werden meist gleich verwendet. Genau genommen ist Webspace nur der Speicherplatz für deine Dateien. Webhosting meint das ganze Paket drumherum: Webserver, Datenbanken, Postfächer, Domain und Verwaltung.
Was in einem Webhosting-Paket steckt
Die Pakete der deutschen Anbieter ähneln sich im Aufbau. Unterschiede gibt es bei den Mengen und bei den Details.
Speicherplatz
Hier liegen die Dateien deiner Website: HTML, Bilder, PHP-Skripte, bei WordPress auch Themes, Plugins und Uploads. Bei vielen Anbietern teilen sich Website, Datenbanken und E-Mail-Postfächer denselben Speicher. Ein Tarif mit 50 GB kann also schneller voll sein als gedacht, wenn mehrere Leute jahrelang Mails mit Anhängen im Postfach lassen. Ob der Speicher auf SSD oder NVMe liegt, merkst du vor allem bei Datenbankzugriffen. Mehr dazu im Ratgeber zu SSD-Hosting.
Domain
Die Adresse, unter der deine Seite erreichbar ist. Fast jedes Paket enthält mindestens eine Domain, oft eine .de. Weitere Endungen kosten extra, manche (.com, .io) deutlich mehr als eine .de.
Datenbanken
WordPress, Joomla, Shopware und die meisten anderen Systeme speichern Inhalte in einer MySQL- oder MariaDB-Datenbank. Für eine einzelne Website reicht eine. Wer mehrere Projekte oder eine Testinstallation betreibt, braucht entsprechend mehr.
Postfächer unter deiner eigenen Domain, etwa info@deinname.de. Achte auf die Größe pro Postfach und darauf, ob IMAP und ein Webmailer dabei sind. Für ein Team mit gemeinsamen Kalendern ist ein Webhosting-Postfach meist zu knapp ausgestattet.
SSL-Zertifikat
Ohne HTTPS markieren Browser deine Seite als „nicht sicher“. Ein kostenloses Zertifikat von Let's Encrypt gehört heute zum Standard und wird bei guten Anbietern automatisch verlängert. Kostenpflichtige Zertifikate brauchst du nur in Sonderfällen.
PHP und weitere Technik
PHP ist die Sprache, in der WordPress und die meisten anderen Systeme laufen. Gute Hoster bieten mehrere aktuelle PHP-Versionen zur Auswahl an und lassen dich das Speicherlimit für Skripte selbst einstellen. Dazu kommen SFTP für den Dateizugriff, oft SSH und bei manchen Tarifen ein automatisches Backup mit Wiederherstellung per Klick.
Shared Hosting: viele Kunden auf einem Server
Fast alle günstigen Webhosting-Tarife sind Shared Hosting. Du teilst dir einen Server mit vielen anderen Kunden, oft mit Hunderten. Jeder bekommt ein abgeschottetes Verzeichnis und eigene Zugangsdaten, aber Prozessor, Arbeitsspeicher und Festplatte nutzen alle gemeinsam.
Das hat Vorteile. Der Hoster kümmert sich um Betriebssystem, Webserver, Sicherheitsupdates und Hardware. Du musst nichts davon können. Und der Preis bleibt niedrig, weil sich die Kosten auf viele verteilen.
Die Kehrseite: Zieht ein Nachbar auf dem Server viel Leistung, spürst du das unter Umständen. Seriöse Anbieter begrenzen deshalb die Ressourcen pro Kunde. Du kannst außerdem keine eigene Software installieren, keinen anderen Webserver wählen und keine Dienste dauerhaft im Hintergrund laufen lassen. Wenn du das brauchst, ist ein vServer die passende Wahl. Den Unterschied erklärt der Ratgeber vServer oder Webhosting.
Wie viel Speicher du brauchst
Die Speicherangaben in den Tarifen sind meist weit größer, als eine normale Website je belegt. Ein paar Größenordnungen zur Orientierung:
- Eine statische Visitenkarte mit ein paar Seiten und Bildern: unter 100 MB.
- Eine frische WordPress-Installation mit Theme und einigen Plugins: etwa 100 bis 300 MB.
- Ein Blog, der seit Jahren läuft und viele Fotos hat: oft 2 bis 10 GB.
- Ein kleiner Onlineshop mit Produktbildern: ähnlich, je nach Bildmenge.
Was den Speicher wirklich füllt, sind meist drei Dinge. Postfächer, die nie geleert werden. Backups, die ein Plugin im Webspace selbst ablegt. Und Bilder, die in voller Kameraauflösung hochgeladen wurden.
Für eine einzelne Website mit Postfächern reichen 10 bis 25 GB in den meisten Fällen. Mehr ist kein Nachteil, aber auch kein Grund, einen teureren Tarif zu nehmen.
Webhosting oder Homepage-Baukasten
Baukästen wie Wix, Jimdo oder die Baukasten-Tarife der großen Hoster verbinden Hosting und Editor in einem Produkt. Du ziehst Elemente per Maus auf die Seite, wählst eine Vorlage und bist fertig. Um Technik musst du dich nicht kümmern.
Das ist bequem für eine einfache Seite, die schnell online sein soll. Der Preis dafür ist Bindung. Deine Seite läuft nur im System des Anbieters. Zieht der Anbieter die Preise an oder stellt er eine Funktion ein, kannst du die Website nicht einfach mitnehmen. Meist bleibt nur ein Neuaufbau woanders.
Beim klassischen Webhosting gehören dir die Dateien und die Datenbank. Eine WordPress-Seite ziehst du mit überschaubarem Aufwand zu einem anderen Hoster um. Dafür musst du dich selbst um Updates von WordPress und Plugins kümmern. Worauf es bei einem Tarif für WordPress ankommt, steht im Ratgeber WordPress-Hosting: worauf achten.
Checkliste für die Tarifwahl
Die Preise auf den Startseiten der Hoster sagen wenig darüber, was du über zwei oder drei Jahre zahlst. Geh vor dem Abschluss diese Punkte durch.
Aktionspreis und regulärer Preis. Viele Einsteigerpakete kosten in den ersten Monaten deutlich weniger, danach gilt der normale Preis. Der kann doppelt so hoch oder höher sein. Rechne mit dem regulären Preis, nicht mit dem Lockangebot.
Mindestlaufzeit. Zwölf oder 24 Monate sind verbreitet, manche Tarife gibt es auch monatlich kündbar zu einem etwas höheren Preis. Lies nach, wie lange die Kündigungsfrist ist und ob sich der Vertrag automatisch um ein volles Jahr verlängert.
Inklusivdomain. Bei manchen Anbietern ist die Domain nur im ersten Vertragsjahr kostenlos, danach kostet sie extra. Bei anderen bleibt sie für die gesamte Laufzeit im Paket. Das steht meist in einer Fußnote.
Einrichtungsgebühr. Selten geworden, aber noch nicht verschwunden. Sie fällt einmalig an und macht das erste Jahr spürbar teurer.
Serverstandort. Wenn du personenbezogene Daten verarbeitest, und das tust du schon mit einem Kontaktformular, ist ein Rechenzentrum in Deutschland oder der EU die einfachere Lösung. Den Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AVV) bieten deutsche Hoster in der Regel im Kundenmenü an.
Backups. Wie oft sichert der Hoster, wie lange hebt er die Sicherungen auf, und kostet die Wiederherstellung Geld? Verlass dich nicht allein darauf, sondern zieh regelmäßig eine eigene Kopie.
Support. Telefon, Chat oder nur ein Ticketsystem? Zu welchen Zeiten? Für Einsteiger macht ein erreichbarer Support oft mehr aus als ein paar Gigabyte mehr Speicher.
Einsteigerpakete kosten regulär meist zwischen 3 und 10 € im Monat. Wer darunter liegt, hat oft knappe Ressourcen oder einen kräftigen Preissprung nach der Aktionsphase. Aktuelle Tarife mit regulärem Preis und Prüfdatum findest du in unserem Webhosting-Vergleich und auf den Anbieterseiten.
Günstige Tarife: Webhosting
-
- Speicher
- 10 GB
- Domains inkl.
- keine
- Postfächer
- –
- SSL
- –
1,90 €/Monat
Ø 1,90 € über 24 Monate
- Keine Mindestlaufzeit, stundengenaue Abrechnung
- 1 Datenbank, 1 Cronjob, 2 PHP-Prozesse
- Varnish-Cache
- Domain muss separat gebucht werden
- Datenbanken
- 1
- Laufzeit
- monatlich kündbar
- Einrichtung
- keine Gebühr
- Geprüft
-
- Speicher
- 50 GB SSD
- Domains inkl.
- 1
- Postfächer
- 100
- SSL
- inklusive
2,69 €/Monat
Ø 2,69 € über 24 Monate
- 1 .de-Domain inklusive
- 25 GB Web- + 25 GB Mail-Speicher (SSD)
- SSH-Zugang, Git, unbegrenzt SSL-Zertifikate
- Preis gilt dauerhaft, keine Einrichtungsgebühr
- Datenbanken
- 1
- Traffic
- Unbegrenzt (kostenlos)
- Backup
- Freiwillige Sicherung über mehrere Tage (Dateien bis 10 GB), Restore kostenpflichtig
- Laufzeit
- 1 Jahr Laufzeit
- Einrichtung
- keine Gebühr
- Geprüft
-
- Speicher
- 20 GB SSD
- Domains inkl.
- 1
- Postfächer
- 10
- SSL
- inklusive
3,99 €/Monat
Ø 3,99 € über 24 Monate
- 1 .de-Domain inklusive
- 30 GB E-Mail-Speicher, 10 Postfächer
- PHP 8.1 bis 8.4, Python, Perl
- SFTP/FTPS, 1 Webcron
- Monatlich kündbar für 4,99 € plus 4,99 € Einrichtung
- Datenbanken
- 2
- Websites
- 1
- Backup
- Backups inklusive (Umfang nicht näher angegeben), manuelle Wiederherstellung 50 € je Backup
- Laufzeit
- 1 Jahr Laufzeit
- Einrichtung
- keine Gebühr
- Geprüft
-
- Speicher
- 150 GB SSD
- Domains inkl.
- 3
- Postfächer
- 500
- SSL
- inklusive
4,03 €/Monat
Ø 4,03 € über 24 Monate
- 3 .de-Domains oder 1 Alternativdomain inklusive
- 75 GB Web- + 75 GB Mail-Speicher (SSD)
- 4 GB garantierter RAM, WordPress-Toolkit
- Preis gilt dauerhaft
- Datenbanken
- 10
- Traffic
- Unbegrenzt (kostenlos)
- Backup
- Freiwillige Sicherung über mehrere Tage (Dateien bis 10 GB), Restore kostenpflichtig
- Laufzeit
- 1 Jahr Laufzeit
- Einrichtung
- keine Gebühr
- Geprüft
Häufige Fragen
Kann ich meine Domain zu einem anderen Hoster mitnehmen?
Ja. Bei .de und den meisten anderen Endungen brauchst du dafür den Auth-Code, den du im Kundenmenü des alten Anbieters abrufst. Der neue Hoster startet damit den Umzug. Wie du dabei vorgehst, ohne dass die Seite ausfällt, steht im Ratgeber Hoster wechseln.
Ist Webspace dasselbe wie Cloud-Speicher?
Nein. Cloud-Speicher wie ein Dropbox-Konto ist zum Ablegen und Teilen von Dateien gedacht. Webspace hängt an einem Webserver, der die Dateien als Website ausliefert und PHP-Skripte ausführt. Als Backup-Ablage für private Fotos taugt er wenig, und die meisten Anbieter verbieten das in ihren Bedingungen.
Brauche ich Programmierkenntnisse für ein Webhosting-Paket?
Für WordPress oder ein anderes fertiges System nicht. Viele Hoster installieren es per Klick im Kundenmenü. Grundwissen hilft trotzdem: wie man per SFTP Dateien hochlädt, was eine Datenbank ist und wo die PHP-Version eingestellt wird.
Was bedeutet „Traffic-Flatrate“?
Der Anbieter berechnet das übertragene Datenvolumen nicht gesondert. Bei Shared Hosting ist das heute der Normalfall. Eine Grenze gibt es trotzdem: Wer mit Downloads oder Videos die Leistung des Servers dauerhaft auslastet, bekommt meist eine Aufforderung zum Wechsel in einen größeren Tarif.