Ab einer bestimmten Größe reicht ein Webhosting-Paket nicht mehr, und die Frage lautet nicht mehr ob Server, sondern welcher. Hier stehen sich zwei Modelle gegenüber. Beim Root-Server bekommst du Hardware und die volle Kontrolle. Beim Managed Server bekommst du Leistung und einen Dienstleister, der sich um den Betrieb kümmert.
Ob du von einem vServer oder Webhosting kommst, spielt dafür kaum eine Rolle. Wenn du zwischen diesen beiden noch schwankst, hilft der Ratgeber vServer oder Webhosting.
Was „managed“ bei deutschen Hostern bedeutet
Der Begriff ist nicht geschützt. Jeder Anbieter legt selbst fest, was er übernimmt. In Deutschland hat sich aber ein recht einheitliches Bild herausgebildet.
Betriebssystem und Updates. Der Hoster installiert das System, spielt Sicherheitsupdates ein und hebt es auf neue Versionen. Du merkst davon meist nur eine Ankündigung per Mail.
Vorinstallierte Software. Webserver, mehrere PHP-Versionen, MySQL oder MariaDB, oft Redis, Elasticsearch oder Varnish. Die Konfiguration ist auf typische Anwendungen wie WordPress, Shopware oder Magento abgestimmt. Du wählst aus, was du brauchst, und stellst es im Panel ein.
Überwachung rund um die Uhr. Ein Monitoring prüft, ob Dienste laufen, ob Festplatten volllaufen und ob die Last ungewöhnlich steigt. Fällt etwas aus, reagiert das Team des Hosters, nicht dein Handy um drei Uhr nachts.
Backups. In der Regel tägliche Sicherungen auf getrennten Systemen, mit Wiederherstellung über das Panel oder per Support.
Kein oder eingeschränkter Root-Zugang. Das überrascht viele. Damit der Hoster für den Betrieb geradestehen kann, darf niemand sonst das System verändern. Du bekommst einen Benutzer mit SSH-Zugang, aber keine Administratorrechte.
Root-Server: volle Kontrolle, volle Verantwortung
Beim Root-Server stellt der Hoster Hardware, Strom, Kühlung und Netzanbindung. Alles darüber ist deine Sache. Du wählst das Betriebssystem, meist ein Linux wie Debian oder Ubuntu, richtest es ein und hältst es sicher. Warum Linux hier fast immer die Wahl ist, steht im Ratgeber Linux oder Windows.
Dafür darfst du alles. Eigene Kernel-Einstellungen, Docker und Kubernetes, ein selbst kompilierter Webserver wie in unserer Anleitung zu nginx mit Zusatzmodulen, Virtualisierung mit Proxmox. Wer das kann und will, bekommt für sein Geld deutlich mehr Leistung als beim Managed Server.
Fällt nachts ein Dienst aus, merkst du es nur, wenn du selbst ein Monitoring eingerichtet hast. Und eine Sicherheitslücke in einer Bibliothek schließt niemand außer dir.
Dedizierte Hardware oder vServer
Root-Server ist leider kein eindeutiger Begriff. Manche Anbieter meinen damit einen ganzen physischen Rechner, andere einen vServer mit fest zugeteilten CPU-Kernen.
Ein dedizierter Server gehört dir allein. Kein anderer Kunde teilt sich Prozessor, Arbeitsspeicher oder Festplatten mit dir. Die Leistung ist gleichmäßig, und die Ausstattung kann groß ausfallen: viele Kerne, 64 GB RAM und mehr, mehrere NVMe-Laufwerke im RAID. Der Nachteil: Geht ein Bauteil kaputt, steht der Server, bis ein Techniker es getauscht hat.
Ein vServer läuft als virtuelle Maschine auf einem großen Host. Fällt dessen Hardware aus, kann der Anbieter die Maschine oft auf einen anderen Host verschieben. Du kannst Ressourcen meist per Klick erweitern. Die Leistung hängt aber davon ab, ob die Kerne dediziert oder geteilt sind.
Managed Server gibt es ebenfalls in beiden Varianten. Bei vielen deutschen Anbietern laufen die kleineren Managed-Tarife virtualisiert, die großen auf eigener Hardware.
Was beides kostet
Die Preisspanne ist groß, aber die Größenordnungen sind klar.
- Dedizierte Root-Server beginnen bei etwa 40 bis 60 € im Monat für ältere oder kleine Hardware. Gut ausgestattete Maschinen kosten 100 bis 200 € und mehr. Dazu kommt bei manchen Anbietern eine Einrichtungsgebühr.
- Managed Server liegen meist zwischen 50 und 300 € im Monat, große Systeme für Shops mit hohem Umsatz deutlich darüber.
Bei gleicher Hardware zahlst du für den Managed Server also ein Mehrfaches. Den Aufpreis bezahlst du für Arbeitszeit, die du sonst selbst aufbringst. Bei einem Root-Server, der Geschäftsdaten trägt, sind das schnell mehrere Stunden im Monat: Updates, Überwachung, Backups prüfen, auf Ausfälle reagieren. Wer keinen eigenen Administrator hat, müsste diese Zeit bei einem Dienstleister einkaufen, und der kostet oft mehr als der Aufpreis des Managed-Tarifs.
Aktuelle Tarife mit Prüfdatum stehen in unseren Vergleichen für Server und Managed Server.
DSGVO und Auftragsverarbeitung
Sobald auf dem Server personenbezogene Daten liegen, also Kundenkonten, Bestellungen oder auch nur die IP-Adressen in den Logs, ist der Hoster Auftragsverarbeiter nach Art. 28 DSGVO. Du brauchst mit ihm einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AVV). Deutsche Anbieter stellen ihn in der Regel als Vorlage im Kundenmenü bereit. Den Gesetzestext findest du bei EUR-Lex.
Beim Managed Server greift der Hoster aktiv auf dein System zu. Das muss im AVV abgedeckt sein, samt der technischen und organisatorischen Maßnahmen, mit denen er die Daten schützt. Beim Root-Server ist sein Zugriff geringer, aber die Verantwortung für die Sicherheit liegt bei dir. Eine ungepatchte Lücke, über die Kundendaten abfließen, ist dann dein Datenschutzvorfall.
Wann sich welcher Server rechnet
Ein Managed Server passt, wenn ein Shop oder eine Plattform Umsatz bringt und ein Ausfall Geld kostet, wenn im Team niemand Linux-Server betreut, oder wenn du feste Reaktionszeiten und einen Ansprechpartner brauchst. Typisch sind Onlineshops mit Shopware oder Magento, größere WordPress-Installationen und Agenturen, die Kundenseiten betreiben und die Haftung für den Betrieb abgeben wollen.
Ein Root-Server passt, wenn du oder jemand im Team einen Linux-Server sicher betreiben kann, wenn du Software brauchst, die ein Managed-Anbieter nicht unterstützt, oder wenn viel Rechenleistung für wenig Geld zählt. Typisch sind Entwicklerteams mit Docker oder Kubernetes, Virtualisierungshosts, Gameserver, Build-Server und Projekte, bei denen die Administration Teil der Arbeit ist.
Liegst du dazwischen, schau dir Managed vServer an. Sie kosten weniger als ein großer Managed Server und nehmen dir trotzdem die Wartung ab. Und wenn du merkst, dass die Last eigentlich gar nicht so hoch ist: Ein gutes Webhosting-Paket trägt mehr, als viele denken.
Günstige Tarife: Server
-
- CPU
- 2 Kerne
- RAM
- 4 GB
- Speicher
- 64 GB NVMe
- Traffic
- Unbegrenzt (Fair-Use-Drosselung)
14,87 €/Monat
Ø 14,87 € über 24 Monate
- 2 dedizierte Kerne AMD EPYC 9645
- Mit 12 Monaten Laufzeit 12.93 €/Monat
- KVM-basiert mit garantierten CPU-/RAM-Ressourcen
- 99,9 % Verfügbarkeit, 30 Tage Geld-zurück-Garantie
- Speicherart
- NVMe
- Domains inkl.
- keine
- Backup
- Snapshots inklusive, kein automatisches Backup
- Laufzeit
- monatlich kündbar
- Einrichtung
- keine Gebühr
- Geprüft
-
- CPU
- 4 Kerne
- RAM
- 16 GB
- Speicher
- 240 GB SSD
- Traffic
- inklusive
24,99 €/Monat
Ø 24,99 € über 24 Monate
- Virtueller KVM-Server mit fest zugeordneten Ressourcen
- 4 vCores, 16 GB RAM
- 2,5 Gbit/s Netzwerk
- Bei 1 Monat Laufzeit: 9,90 € Einrichtung
- Speicherart
- SSD
- Domains inkl.
- keine
- Backup
- 20 GB Backup-Speicher inklusive
- Laufzeit
- 1 Jahr Laufzeit
- Einrichtung
- keine Gebühr
- Geprüft
-
- CPU
- 4 Kerne
- RAM
- 8 GB
- Speicher
- 128 GB NVMe
- Traffic
- Unbegrenzt (Drosselung auf 300 Mbit/s bei >3 TB/24 h)
25,00 €/Monat
Ø 25,00 € über 24 Monate
- 4 dedizierte Kerne AMD EPYC 9645
- Mit 12 Monaten Laufzeit 21.73 €/Monat, mit 24 Monaten 18.47 €/Monat
- KVM-basiert mit garantierten CPU-/RAM-Ressourcen
- 99,9 % Verfügbarkeit, 30 Tage Geld-zurück-Garantie
- Speicherart
- NVMe
- Domains inkl.
- keine
- Backup
- Snapshots inklusive, kein automatisches Backup
- Laufzeit
- monatlich kündbar
- Einrichtung
- keine Gebühr
- Geprüft
-
- CPU
- 2 Kerne
- RAM
- 3 GB
- Speicher
- 200 GB SSD
- Traffic
- inklusive
24,99 €/Monat
8,99 € Einrichtung
Ø 25,36 € über 24 Monate
- 2 CPU-Kerne und 3 GB RAM reserviert
- Managed Hosting auf VPS-Basis im Rechenzentrum Frankfurt
- 5 .de-Domains, Postfächer und Webprojekte ohne Limit
- SSH-Zugang, 2 Webcrons
- Monatsvertrag für 27,99 €
- Speicherart
- SSD
- Domains inkl.
- 5
- Backup
- Mindestens 5 Tage Backups von Webspace und Datenbanken, selbst wiederherstellbar
- Laufzeit
- 1 Jahr Laufzeit
- Einrichtung
- 8,99 €
- Geprüft
Häufige Fragen
Bekomme ich beim Managed Server gar keinen Root-Zugang?
Bei vielen deutschen Anbietern nicht. Du arbeitest als normaler Benutzer per SSH und SFTP und verwaltest Websites, Datenbanken und Cronjobs über ein Kundenpanel. Software, die Root verlangt, installiert der Support nach Absprache oder gar nicht. Manche Anbieter bieten einen Modus mit Root-Zugang, schränken dann aber ihre Zuständigkeit ein.
Kann ich einen Root-Server später in einen Managed Server umwandeln?
Meist nicht direkt, weil Managed Server mit einem eigenen, vom Hoster gepflegten System laufen. Üblich ist ein neuer Vertrag und ein Umzug der Daten. Einige Anbieter und Dienstleister übernehmen gegen Aufpreis die Betreuung eines vorhandenen Root-Servers, das ist dann aber ein eigener Wartungsvertrag.
Was bedeutet RAID bei einem dedizierten Server?
Die meisten dedizierten Server haben zwei oder mehr Festplatten im Verbund. Bei RAID 1 liegen die Daten gespiegelt auf beiden Platten, fällt eine aus, läuft der Server weiter. Ein RAID ersetzt kein Backup: Löschst du versehentlich etwas, ist es auf beiden Platten weg.
Wer tauscht beim Root-Server eine defekte Festplatte?
Der Hoster, denn die Hardware gehört ihm. Bei vielen Anbietern meldest du den Defekt per Ticket, und ein Techniker tauscht die Platte im Rechenzentrum. Das RAID neu aufbauen und prüfen, ob alles läuft, musst du danach meist selbst.